Textsammlung „Jenseits von Humboldt“ erschienen!

Soeben ist die von MASSENUNI herausgegebene Textsammlung „Jenseits von Humboldt. Von der Kritik der Universität zur globalen Solidarischen Ökonomie des Wissens“ erschienen. In Kürze wird auch der Termin für die Präsentation hier bekanntgegeben werden.

Die Broschüre ist selbstfiananziert, deshalb ersuchen wir um eine Spende von mindestens 4 Euro – dafür bekommt ihr 90 Seiten Workshopinputs, eine Sammlung von Dokumenten aus der Bewegung sowie feine Hintergrundtexte zur Kritik der Universität, gesellschaftlicher Arbeitsteilung und einer möglichen Solidarischen Ökonomie der Bildung! Eine Auflistung der Verkaufsstellen gibt´s ebenfalls in Kürze hier, WiederverkäuferInnen (10 Stk. 35€) können sich schon mal unter massenuni //ät/gmx .at melden!

Tja, und hier gibt´s das Teil natürlich auch online: http://massenuni.blogsport.de/images/humbold_endversion.pdf Aber Papier ist ja bekanntlich durch nichts zu ersetzen ;)

Eröffnung der KRISU

Eröffnung der KriSU

Die Kritische und Solidarische Universität (KriSU) befindet sich derzeit
noch im Aufbau und öffnet alsbald ihre Türen. Sie versteht sich als ein
Ort der Selbstverwaltung, des Austauschs und der Diskussion. Als ein Ort
der emanzipativen und kritischen Wissensproduktion, der alternative
Lebens- und Produktionsweisen gegen Kapital und Staat diskutiert und
umsetzen möchte. Die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse
hinterfragend, ergründet sie u.a. die Einbettung der traditionellen
Universität in den kapitalistischen Verwertungsprozess, versucht
alternative Lebensweisen aufzuzeigen und vorzuleben sowie eine
Solidarische Ökonomie zu diskutieren und zu fördern. Feminismus,
Antirassismus und das Engagement gegen Antisemitismus und Islamophobie
sind Grundlagen der KriSU und als wichtige Bestandteile ihrer Praxis zu
verstehen.

In Abgrenzung von der traditionellen Universität richtet sich die KriSU
an Menschen mit und ohne Matura. Sie steht offen für Alle, unabhängig
von sozialer Herkunft, Staatsbürger_innenschaft und/oder dem Zugang zu
finanziellen Mitteln, die sich mit den Grundsätzen der KriSU
einverstanden erklären. Sie möchte Tanz-, Theater- und Musikgruppen,
Künstler_innen, Arbeiter_innen, Hausmännern und -frauen, Migrant_innen,
Studierenden und Nicht-Studierenden sowie anderen gesellschaftlichen
Gruppen Raum für Diskussionen und Aktionen bieten.

Wir laden ein, die KriSU mitzugestalten, mit Leben zu füllen und aktiv
am Aufbau eines solidarischen Lebens mitzuwirken. Es ist Zeit, unser
Leben eigenständig in unsere Hände zu nehmen!

Weitere Informationen über Zeit und Ort der Eröffnung findest du bald
auf http://krisu.blogsport.de

Emanzipatorische betroffenenkontrollierte Forschung aus feministischer und geschlechterkritischer Perspektive

Emanzipatorische betroffenenkontrollierte Forschung aus feministischer und geschlechterkritischer Perspektive
Utta Isop

Langform des Texts unter http://wwwu.uni-klu.ac.at/uisop/wordpress/

Am Beginn der Frauen- und Geschlechterforschung stehen die methodischen Postulate für Parteilichkeit und Betroffenheit von Maria Mies (1978). Diese lauten:
1) „Das Postulat der Wertfreiheit, der Neutralität und Indifferenz gegenüber den Forschungsobjekten ost durch bewusste Parteilichkeit zu ersetzen.
2) Die vertikale Beziehung zwischen ForscherInnen und Erforschten ist durch die gemeinsame „Sicht von unten“ auszutauschen.
3) Die kontemplative, uninvolvierte „Zuschauerforschung“ ist in die Forschungsmethode der aktiven Teilnahme an emanzipatorischen Aktionen zu transformieren.
4) Die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse wird zum Ausgangspunkt wissenschaftlicher Erkenntnis.
5) Die Wahl des Forschungsgegenstandes wird abhängig gemacht von den allgemeinen Zielen sowie den strategischen und taktischen Erfordernissen der Frauenbewegung.
6) Der Forschungsprozess wird zu einem Bewusstwerdungsprozess für die bisherigen „Subjekte“ wie auch „Objekte“ der Forschung.
7) Orte der Entwicklung einer feministischen Gesellschaftstheorie sind nicht die Forschungsinstitute, sondern die Aktionen und Kämpfe der Bewegung sowie die theoretische Auseinandersetzung über deren Ziele und Strategien.“

Zusätzlich zu den sieben oben genannten Postulaten von Maria Mies sind also folgende, ausgehend von Donna Haraway, Evelyn Fox Keller und Jan Wallcraft zu fordern:

8) Die Anerkennung der „Objekte von Forschung“ als handlungsfähige, zu respektierende und für sich sprechende „Subjekte der Forschung“

9) Betroffenenkontrollierte Forschung soll im Bereich der Human- und Sozialwissenschaften Standard werden

10) Die Voraussetzung für emanzipatorische betroffenenkontrollierte Forschung aus feminstischer und geschlechterkritischer Perspektive sind selbst verwaltete, basisdemokratische und solidarökonomisch organisierte Universitäten

Für eine kritische und solidarische Universität hier und jetzt!

Für eine kritische und solidarische Universität hier und jetzt!
Freitag, den 27. November 2009, 13 Uhr
im C1 /Tschill Aut
mehr hier

Vortrag und Diskussion mit Freerk Huisken im Audimax

Am Dienstag 17.11. fand eine Diskussion statt, die bei Radio Orange abrufbar ist.

1. Teil:
http://sendungsarchiv.o94.at/get.php?id=094pr3948
2. Teil:
http://sendungsarchiv.o94.at/get.php?id=094pr3954

Peer-to-Peer Universität

Ein interessantes neues Projekt verdient breite Aufmerksamkeit. Die Peer 2 Peer University ist ein Versuch, nicht nur die herkömmlichen Barrieren zwischen Universität und Erwachsenenbildung zu durchbrechen, sondern auch tendenziell die Trennung zwischen Lernenden und Lehrenden. Was im alternativen Schulwesen schon mit einigem Erfolg praktiziert wird, die eigenverantwortliche Schaffung und Realisierung von Lernzielen im Rahmen von egalitären und selbstverantwortlichen Arbeitsgruppen der Lernenden, in der die Lehrendenrolle in die eines Supporters umgewandelt wird, hat die universitäre Welt noch in nicht wirklich berührt. Ich behaupte mal, dass bei den meisten „kooperativen“ Lehrformen an der Universität ein wirklicher Zielfindungsprozess gar nicht stattfinden kann – kein Wunder, ist doch prinzipiell die an der Universität organisierte Forschung und Lehre prinzipiell vom praktischen Leben der Gesellschaft getrennt. Douglas Engelbart hat darauf hingewiesen, dass eine in sich selbst eingeschlossene Theorie, die vom praktischen Interesse an Wissen getrennt ist, strukturell innovationsunfähig wird.

Was mit der Wikipedia begann, die Entwicklung einer Kultur die auf freiwilligen Beiträgen und konsensualer Pflege der entstehenden Commons begann, könnte sich in der P2PU fortsetzen. Darin eingeschlossen ist dass Forschungsinteressen deklariert und eigenverantwortlich verfolgt werden; die Rolle der Maintainance kann dabei durchaus „strenge“ Formen im Sinnvon rigoroser Evaluation und Kontrolle annehmen, solange dies an freiwillige Kooperation (und damit an jederzeit verfügbare Alternativen) gebunden ist können damit durchaus wünschenswerte Effekte erzielt werden.

Franz Nahrada, solcom

Geschlechterbasisdemokratie

Eine solidarische Ökonomie des Wissens setzt eine solidarische Ökonomie der Geschlechter voraus. Ich spreche mich deshalb für eine Förderung basisdemokratischer Geschlechterverhältnisse aus. Darunter verstehe ich zum Beispiel eine Kultur der „men’s care collectives“ wie sie etwa in der Kommune Niederkaufungen gepflogen wird.

Eine Abschaffung kultureller Männlichkeit und Weiblichkeit sollte mit der Förderung strategischer Paradoxa beginnen. Das heißt, die Betonung einer „männlichen Kultur der Pflege und Fürsorge“ stellt ein strategisches Paradox zu bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen dar, das es zu fördern gilt. Nichts hält junge Männer davon ab, sich in Care-Kollektiven zu versammeln als die Weigerung ihre Privilegion abzugeben. Dies möchte ich viel stärker fordern. Junge Männer, ich fordere Euch auf, Eure kulturelle Männlichkeit dadurch abzuschaffen, dass Ihr „Men’s Care Collectives“ gründet und Eure Privilegien aufgebt! Gründet Men’s Care Collectives! Gebt Eure Privilegien auf!

Weitere Forderungen anarchafeministisch-queerer Geschlechterbasisdemokratie sind: 1) Stärkung von losdemokratischen Verfahren; Wahl in entscheidende Ämter unabhängig von der jeweiligen Identität 2) Abschaffung des Geschlechts aus Pässen – weltweiter Reiseverkehr unabhängig von der jeweiligen Identität 3) Stärkere Verknüpfung von Teilzeitarbeit mit Elternschaft und Fürsorgearbeit für alle soll die starke Konzentration auf die Erwerbsarbeit lösen 4) Gratis Güter der Daseinsvorsorge für jede Person ohne Identitätsprüfung 5) Weltweites bedingungsloses Grundeinkommen ohne Bedarfs- und Identitätsprüfung.

siehe genauere Infos unter: http://wwwu.uni-klu.ac.at/uisop/wordpress/?page_id=6

Utta Isop

Von Bologna nach Wien

Abgesehen von einer verqueren Einleitung durch die Jungle World-Redaktion guter Text zu unserem Protest von Leuten aus dem Protest hier zum Abruf.

Wien vor vier Wochen. Eine unsichere Stimme sagt: »Die Akademie der Bildenden Künste ist besetzt.« Niemand bewegt sich. Sie sagt es noch einmal, überzeugter: »Ihr müsst hineingehen!« Zwei Tage später, neun Uhr morgens. Rund 150 Personen treffen sich vor dem Wissenschaftsministerium. Innerhalb dessen Mauern soll an diesem Tag eine der österreichischen Manifestationen des Bologna-Prozesses unterzeichnet werden. Drei Männer verhandeln über die Leistungsvereinbarung der Akademie – ein Vertrag zwischen Rektorat und Ministerium, der das Budget und die inhaltliche Zielsetzung der Uni betrifft. Außen lehnen Studentinnen und Studenten Leitern an die Mauern, um einen Blick durch die Fenster zu werfen, um Transparenz herzustellen.

Bildet Banden! Einleitung zum Themenheft Kritische Geographie, von Bernd Belina

Kritik des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebs und alternative Formen kollektiver Wissensproduktion:

Link zum Text hier

Eckpunkte für eine Plattform „Kritik der Universität und Solidarische Ökonomie der Bildung“

Zweck der Plattform ist die Vernetzung und Koordination verschiedener Initiativen, die radikale Bildungskritik betreiben – ausgehend von oder im Rahmen der Uniprotestbewegung – und auf der Suche nach Alternativen sind.

Die Initiativen, Gruppen und Arbeitskreise der Plattform teilen folgende Eckpunkte:

* Bildung und ihre Institutionen sind kritisch und im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu thematisieren
* Die Proteste müssen verbreitert und mit anderen emanzipativen gesellschaftlichen Bewegungen verknüpft werden
* Antirassismus und Feminismus sind unverzichtbar
* Im Rahmen einer Solidarischen Ökonomie der Bildung sind alternative Bildungskonzepte und -institutionen zu entwickeln
* Die kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist grundsätzlich in Frage zu stellen
* Selbstorganisation und basisdemokratische Strukturen sind wesentlich
* Kritische Wissenschaft und Wissenschaftskritik sind zu verbinden
* Die Rolle von Studierenden und WissenschaftlerInnen im Kapitalismus ist kritisch zu reflektieren

Die Plattform betreibt einen Blog als Portal zu verschiedenen Initiativen. Der Blog sammelt Texte, Links und Termine. Die Plattform organisiert regelmäßige Treffen zwecks Koordination gemeinsamer Aktivitäten und zum inhaltlichen Austausch. Gegebenenfalls werden größere Veranstaltungen gemeinsam organisiert. Sämliche Gruppen, Initiativen und Arbeitskreise, die Teil der Plattform sind, behalten ihre vollständige Autonomie. Die Plattform dient lediglich dazu, kritische Initiativen besser sichtbar zu machen und eine Koordination und Diskussion zwischen ihnen zu erleichtern.