Peer-to-Peer Universität

Ein interessantes neues Projekt verdient breite Aufmerksamkeit. Die Peer 2 Peer University ist ein Versuch, nicht nur die herkömmlichen Barrieren zwischen Universität und Erwachsenenbildung zu durchbrechen, sondern auch tendenziell die Trennung zwischen Lernenden und Lehrenden. Was im alternativen Schulwesen schon mit einigem Erfolg praktiziert wird, die eigenverantwortliche Schaffung und Realisierung von Lernzielen im Rahmen von egalitären und selbstverantwortlichen Arbeitsgruppen der Lernenden, in der die Lehrendenrolle in die eines Supporters umgewandelt wird, hat die universitäre Welt noch in nicht wirklich berührt. Ich behaupte mal, dass bei den meisten „kooperativen“ Lehrformen an der Universität ein wirklicher Zielfindungsprozess gar nicht stattfinden kann – kein Wunder, ist doch prinzipiell die an der Universität organisierte Forschung und Lehre prinzipiell vom praktischen Leben der Gesellschaft getrennt. Douglas Engelbart hat darauf hingewiesen, dass eine in sich selbst eingeschlossene Theorie, die vom praktischen Interesse an Wissen getrennt ist, strukturell innovationsunfähig wird.

Was mit der Wikipedia begann, die Entwicklung einer Kultur die auf freiwilligen Beiträgen und konsensualer Pflege der entstehenden Commons begann, könnte sich in der P2PU fortsetzen. Darin eingeschlossen ist dass Forschungsinteressen deklariert und eigenverantwortlich verfolgt werden; die Rolle der Maintainance kann dabei durchaus „strenge“ Formen im Sinnvon rigoroser Evaluation und Kontrolle annehmen, solange dies an freiwillige Kooperation (und damit an jederzeit verfügbare Alternativen) gebunden ist können damit durchaus wünschenswerte Effekte erzielt werden.

Franz Nahrada, solcom


1 Antwort auf „Peer-to-Peer Universität“


  1. 1 Franz Nahrada 24. November 2009 um 8:15 Uhr
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